Nachlese Tiersegnungsgottesdienst 2025

Eine Rekordbeteiligung an Mensch und Tier konnte der Tiersegnungsgottesdienst 2025 vermelden!

Ein paar Taubenfreunde hatten zwar keine echten Tiere, dafür Fotos zum Segnen mitgebracht. Und eine Familie mit kleinen Kindern, die noch kein Tier hat, wollte einfach mal gucken, wer denn da so kommt.

Zu Beginn gab es eine große Runde, in der alle sich und ihr mitgebrachtes Tier kurz vorstellen konnten. Insgesamt waren ca. 70 Herrchen und Frauchen da sowie ca. 25 Tiere. Die Hunde waren natürlich auch in diesem Jahr in der Mehrheit, aber es waren immerhin auch zwei Katzen da. Und die Hunde differierten in der Größe und im Alter enorm. Der Oldiehund war stolze 12 Jahre alt, der jüngste erst ein paar Monate.

Unserer Tiergottesdienst scheint sich sogar bis Kreuzberg rumgesprochen zu haben. Manche waren bereits das dritte oder vierte Mal dabei, für andere war es eine Premiere. Es mussten noch drei Bierbänke nachgeholt werden, damit die Tiere und ihre Besitzer alle Platz fanden.

Es gab ein Liedblatt mit vier Liedern, die die Schönheit der Schöpfung besangen und da gehören Tier allemal dazu. Und zwar Haustiere und wilde Tiere. Für beide trägt der Mensch – wer sonst? – Verantwortung. So können Hunde zwar Diebe verscheuchen oder gar ins Bein beißen, aber vor Gericht zerren, wenn sie es nicht tun sollten, geht eben nicht. Tieren kann man nicht den Prozess oder sie regresspflichtig machen. Dabei sind Tiere uns oft meilenweit überlegen. Ein Gepard ist schneller als jeder 100m Sprinter, ein Kamel kann lange ohne Wasser auskommen und ein Adler kann mal schnell hochsteigen und fliegen – Menschen können das nicht! Die Stärke des Menschen liegt eher darin, dass er mittels Technik Defizite ausgleichen kann und so viele Schwächen kompensieren und Stärken optimieren kann.

In einer biblischen Lesung versetzen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer in Abraham und Sara, die mit ihren Mägden und Knechten, sowie den Kindern Ismael und dem kleinen Isaak abends am Lagerfeuer lagen und in den Sternenhimmel schauten. Die hatten noch keine ablenkenden Lichter wie wir in Berlin. Hinten wieherte vielleicht ein Pferd, miaute ein Kätzchen, bellte ein Hund oder blökte ein Schaf. Sonst war es ruhig. Und dann, so kann man sich vorstellen, hob Abraham an Psalm 8 zu rezitieren:
Herr, unser Herrscher, / wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; / über den Himmel breitest du deine Hoheit aus. Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob, / deinen Gegnern zum Trotz; / deine Feinde und Widersacher müssen verstummen. Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, / Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, / des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, / hast ihm alles zu Füßen gelegt: All die Schafe, Ziegen und Rinder / und auch die wilden Tiere, die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, / alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht. Herr, unser Herrscher, / wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!

Herzlichen Dank an Berta Esteban für die Gitarrenbegleitung und alle, die beim Auf- und Abbau geholfen haben.
Mit einem Segen und extra viel Weihwasser für Mensch und Tier endete der diesjährige Gottesdienst – Tschüss bis nächstes Jahr!

P. Manfred Hösl SJ

Fotos: Jasper Kortmann