Erstes Infotreffen Ehrenamtskoordination

Einer Einladung zu einer ersten informativen Veranstaltung in Heilig Geist folgten am 08. Juli 2022 Ehrenamtliche und Interessierte.
Pater Tanye, Dr. Sigrid Kirschniok und Christa Schreiber stellten sich als Teilnehmer_innen der „Fortbildung Ehrenamtsmanagement – für eine engagement-freundliche Kirche“ vor.

In einem kurzen Film des Erzbistums (Kirche ohne Ehrenamt? Geht gar nicht!) wurden zum besseren Verständnis die Begriffe Ehrenamt, Ehrenamtsmanagement, Ehrenamtskoordination und die damit verbundenen Aufgaben und Ziele beschrieben und an Beispielen dargestellt.

Mit der anschließenden – unvollständigen – Präsentation ehrenamtlicher Tätigkeitsfelder in den Gemeinden St. Canisius, Heilig Geist und St. Karl Borromäus und der Bitte an die Teilnehmenden um weitere Ergänzungen, wurde zunächst durch einzelne Beiträge die ablehnende Haltung von Vertretern des Pfarrgemeinderates gegenüber jeglichen Formen des Ehrenamtsmanagements oder der Ehrenamtskoordination deutlich.

In der entstehenden lebhaften Diskussion wurde deutlich:

  • In den Gemeinden besteht ein großes Angebot an ehrenamtlichen Gruppen, die teilweise als geschlossenen Gruppen für weitere Interessierte nicht zugänglich sind. In diesen Gruppen besteht eine große Vertrautheit untereinander, die als Familie empfunden wird. Es wird ausdrücklich gewünscht, dass dieses Miteinander erhalten bleibt.
  • Ehrenamtsmanagement findet in der Form von der eigenständigen Organisation in den kleineren Gruppen statt, eine übergeordnete Vernetzung – zum Beispiel im entstehenden pastoralen Raum – gibt es nicht.
  • Die Begriffe Ehrenamt, Ehrenamtsmanagement und Ehrenamtskoordination sind in ihrer inhaltlichen Bedeutung nicht in den Gemeinden bekannt und werden deshalb z.T. grundsätzlich abgelehnt.
  • Für Interessierte ohne Kontakt zur Gemeinde ist es schwierig, einen Zugang zu finden.

Im Gesprächsverlauf konnten die Chancen und Möglichkeiten einer Ehrenamtskoordination zur Stärkung ehrenamtlichen Engagements, zur besseren Vernetzung der Engagierten, zur Erweiterung des ehrenamtlichen Angebots und zur Weiterentwicklung (missionarischen) kirchlichen Lebens im Sozialraum an Einzelbeispielen verdeutlicht werden.

Ganz konkret entstand als eine Aufgabe der Ehrenamtskoordinatorinnen die Idee eines jährlichen „Marktplatzes der ehrenamtlichen Angebote“ im pastoralen Raum als einen ersten Schritt, miteinander in Kontakt zu kommen, sich vorzustellen und miteinander zu vernetzen.
In dem entstandenen lebhaften Austausch stellte Christa Schreiber das Projekt „Willkommenskultur“ vor – ein Angebot für Neu-Zugezogene im pastoralen Raum, um sich über Angebote und Projekte in den Gemeinden zu informieren.
Um dieses Projekt umzusetzen, werden Engagierte gesucht, die sich in einem Team von 6-10 kreativen, humorvollen und wertschätzenden Ehrenamtlichen einbringen und ihre Ideen umsetzen möchten. Sehr gerne können weitere Informationen erfragt werden: dr.sigrid@kirschniok.com, 030 – 33930005.

Dieses erste Treffen hat verdeutlicht: in allen Gemeinden gibt es unterschiedliche ehrenamtliche Gruppen und Angebote, die oft schon sehr lange bestehen und zum Teil für neue Interessierte nicht offen sind. Sie sind eine Säule lebendigen christlichen Lebens im entstehenden pastoralen Raum.

Perspektivisch ist es aber unabdingbar eine Ergänzung oder Verbreiterung dieser Säule zur Stärkung und Vernetzung der Freiwilligenarbeit im pastoralen Raum anzubieten. Dies geschieht durch eine professionelle Koordinierung, z.B. der Entwicklung von neuen Tätigkeitsprofilen über die bestehenden Angebote hinaus, bzw. als deren Weiterentwicklung.
Es ist wichtig, jeden dieser Schritte transparent und kommunikativ im wertschätzenden Miteinander zu gehen!

Sigrid Kirschniok